CfP für eine Tagung zum Thema ‚Krise der Konflikte‘

Ein viel genutztes Stichwort der heutigen Zeit ist \’Konflikt\‘ – es gibt weltweit unzählige Konflikte in ebenso vielen Bereichen. Die darauf folgende Betrachtung von Konflikten geschieht üblicherweise von ihrer provozierenden und spannungsgeladenen Kraft her – dies ist aber nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite sind Konflikte ein Grundmoment der Entwicklung, eine entwickelnde Notwendigkeit und zugleich produktive Anregung im Sinne des Meinungspluralismus.

Ein viel genutztes Stichwort der heutigen Zeit ist \’Konflikt\‘ – es gibt weltweit unzählige Konflikte in ebenso vielen Bereichen. Die darauf folgende Betrachtung von Konflikten geschieht üblicherweise von ihrer provozierenden und spannungsgeladenen Kraft her – dies ist aber nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite sind Konflikte ein Grundmoment der Entwicklung, eine entwickelnde Notwendigkeit und zugleich produktive Anregung im Sinne des Meinungspluralismus.
Diese Konferenz, organisiert von Studierenden für Studierende, will zum Einen diese scheinbare Widersprüchlichkeit im Begriff aufdecken und zum Anderen an beispielhaften Themen kritisch problematisieren und diskutieren. Weil es im deutschen akademischen Kontext eher ungewöhnlich ist, dass Studierende Konferenzen ausrichten oder sich als Vortragende präsentieren, möchten die Veranstalter hier eine angelsächsische Tradition aufgreifen und Studierenden ein angst- und hierarchiefreies Forum bieten, auf dem sie ihre wissenschaftlichen Beiträge und Ideen vorstellen können. Die Veranstalter wollen euch deshalb zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Krise der Konflikte‘ ermutigen. Dabei richtet sich das Interesse auf Studierende aller Fachrichtungen, da Interdisziplinarität zu weiteren möglichen Sichtweisen sowie zur kontroversen und mehrdimensionalen Diskussion beiträgt.
Die Konferenz fokussiert Konflikt- und Krisenhaftigkeit in unterschiedlichen Perspektiven und Ebenen unter Berücksichtigung vielfältiger und/oder innovativer Fragestellungen. Ausgehend davon, dass das alltägliche Verständnis von Krise als blockierendes Hindernis eine vereinfachte und eindimensionale Sichtweise ist, steht die Wahrnehmung der Krise diametral zu ihrer angestrebten Bewältigung. Liegt der Kern der Krise eventuell bereits im Versuch, den Konflikt der Krise zu bewältigen? Mit diesem begrifflichen Zaubertrick stellt sich ein weiteres Problem heraus. Klare begriffliche und konzeptionelle Definitionen bieten eine scheinbare Kompassnadel für unseren Alltag. Unter anderem können nun Konsequenzen problematisiert werden, die sich einstellen, wenn Definitionen die zu bestimmenden Phänomene nicht mehr passgenau repräsentieren. Geraten nun aber diese fundamentalen Annahmen, unsere unterstützenden sozialen Konstruktionen, in die Krise, ist die Suche nach neuen und besseren Konzepten und Konstrukten eine gängige Vorgehensweise.
Ab welchem Zeitpunkt werden Begriffe unscharf, unpassend oder vieldeutig? Ab wann können wir also Krisen erkennen und welche Art von Krisen identifizieren wir dann? Welche Konflikte sind präsent aber nicht auf der Tagesordnung? Diese und viele weitere Fragen wollen wir gemeinsam auf der Studierendenkonferenz bearbeiten. Die Konferenz ist darauf ausgerichtet mit kritischen Augen etablierte und damit im Zweifelsfall felsenfeste Konzeptionen zu hinterfragen.
Vor diesem Hintergrund freuen sich die Veranstalter über Papiere zu folgenden oder gern auch zu weiteren Themen: Souveränität, Subjektivität; Normalzustand; Diskurse, Praktiken; Utopien; Wissen – Diskurs; Gerechtigkeit; Verflüssigung substantieller Wahrheiten; Konsens; Widerstand; Begriffe; (Post-)Moderne; Grenzen bewohnen, mit der Grenze leben; Überwachung; Subversion; Raum/Zeit; Macht, -verhältnisse; Dritte Welt; Ethnizität; Krieg und Frieden; Gleichberechtigung; Körperlichkeiten; Tabuisierung; Globalisierung oder globale Ereignisse, Neoliberalismus; Radikalität

Die Studierendenkonferenz will aufdecken, entlarven, neue Interpretationsstrategien entwickeln und verbreiten; den Dingen auf den Zahn fühlen. Ziel von Transforma Reloaded08 – die Studierendenkonferenz ist es, unterschiedliche Ansätze (wie Feminismus, Poststrukturalismus, Konstruktivismus, Postkoloniale Theorie, Marxismus) und Disziplinen, wie z.B. Kulturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Rechtswissenschaften, zusammenzubringen.
Die Konferenz findet am 11.-13. Juli 2008 statt. Dazu sind alle Studierenden unabhängig von der Fachrichtung eingeladen. Bitte sendet Eure Abstracts mit ca. 250 Wörtern bis zum 15. April 2008 an folgende Adresse: mail@transforma-reloaded.de