CfP: ‚Gender und Friedenspolitik‘

Call for Papers Femina Politica Heft 1/2011 Neue Kriege und Terrorismus sind jene Begriffe, die den politischen Diskurs zu Frieden und Sicherheit aktuell maßgeblich bestimmen. Dies gilt in weiten Teilen auch für die Teildisziplin der Internationalen Beziehungen in der Politikwissenschaft. Friedenspolitische Ansätze und Instrumentarien der Konfliktprävention ebenso wie der Konfliktbearbeitung sind gleichzeitig weitgehend aus dem Blick politischer AkteurInnen und politikwissenschaftlicher TheoretikerInnen und AnalytikerInnen geraten. Feministische Perspektiven finden sich in den Internationalen Beziehungen, insbesondere aber auch im Feld der Friedens- und Konfliktforschung/Sicherheitspolitik weiterhin marginalisiert. Auch Friedens- und Konfliktforschung verengt sich zunehmend auf sicherheitspolitische Fragestellungen. Feministische Erweiterungen eines allein auf kriegerische Gewalt hin orientierten Sicherheitsbegriffs sind damit aktueller denn je. Das geplante Schwerpunktheft der Femina Politica untersucht aktuelle wissenschaftliche Diskussionen und politische Praxen in zweifacher Hinsicht aus kritischer Perspektive: Zum einen soll feministische Kritik entsprechenden Raum finden, zum anderen kann eine solche Kritik als Ausgangspunkt für eine Perspektivenerweiterung entlang eines feministisch gefassten Sicherheitsbegriffs dienen. Damit versucht der geplante Schwerpunkt die Irritation hegemonialer sicherheitspolitischer Forschung aus feministischer und friedenspolitischer Sicht. Beiträge zu folgenden Fragenkomplexen können eingereicht werden: a) Feministische Kritik hegemonialer Diskurse und Theoriebildung Welche Kritik können aus feministischer Sicht an hegemonialer Wissensproduktion in diesem Feld formuliert werden? Inwiefern interagieren feministische Theoriebildung und aktuelle Diskurse zu Sicherheit und Terror? Welche Position gegenüber solchen Diskursen und Politikansätzen nehmen Frauenfriedensorganisationen und -gruppen ein? b) Feministische Bestandsaufnahme friedens- und sicherheitspolitischer Praxis Welche Entwicklung hat Friedens- und Sicherheitspolitik in den letzten Jahren aus feministischer Perspektive genommen? Welche Rolle spielt die Kategorisierung Geschlecht in aktuellen sicherheits- und friedenspolitischen Strategien staatlicher und nicht-staatlicher AkteurInnen? Welche Bedeutung haben geschlechterpolitische Instrumentarien wie die UN-Resolution 1325 im Kontext aktueller politischer Entwicklungen? Welche friedenspolitischen Instrumentarien sind in den aktuellen politikwissenschaftlichen Diskussionen relevant, wie sind diese auf feministisch-politikwissenschaftlicher Sicht einzuschätzen? c) Feministische friedenspolitische Entwürfe Welche Forderungen für internationale und nationale Friedenspolitik ergeben sich auf der feministischen Kritik an hegemonialen Praxen und Theorien? Welche Impulse für Friedenspolitik ergeben sich aus aktuellen feministischen Debatten zu Postkolonialer Theorie und Intersektionalität? Aus welchen Beispielen friedenspolitischer Praxis lässt sich aus feministischer Sicht lernen? Abstracts und Kontakt Der Schwerpunkt wird inhaltlich von Sarah Clasen (Gastherausgeberin), Eva Maria Hinterhuber und Jutta Bieringer betreut. Die Herausgeberinnen bitten um ein- bis zweiseitige Abstracts (per E-Mail) bis zum 15. Juli 2010 an sclasen@zedat.fu-berlin.de, eva.hinterhuber@web.de, jbieringer@gmx.de oder die Redaktion redaktion@femina-politica.de. Die Femina Politica versteht sich als feministische Fachzeitschrift und fördert Frauen in der Wissenschaft. Deshalb werden inhaltlich qualifizierte Abstracts von Frauen bevorzugt. Abgabetermin der Beiträge Die Herausgeberinnen wählen auf der Basis der eingereichten Vorschläge Beiträge aus. Der Abgabetermin für die fertigen Beiträge im Umfang von 25.000 bis max. 30.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) ist der 15. Oktober 2010.