CfP: ‚Terrorismusforschung in Deutschland‘

Die Terrorismusforschung gewinnt als eigenes Forschungsfeld der Politikwissenschaft zunehmend an Bedeutung. Nach dem 11. September 2001 wurden insbesondere im angelsächsischen Teil der Welt unzählige Bücher über das Thema verfasst, Konferenzen organisiert und neben Forschungsprojekten auch eine ganze Reihe von Fachzeitschriften ins Leben gerufen. Auch im deutschsprachigen Raum existiert eine zunehmende Anzahl von Beiträgen zum Thema ‚Terrorismus’, die sowohl traditionell positivistische als auch kritische, konstruktivistische und interdisziplinäre Ansätze verfolgen. Das Sonderheft „Terrorismusforschung in Deutschland“ der Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik (ZfAS) soll in Form einer Bestandsaufnahme einen Überblick über diese unterschiedlichen Forschungsströmungen liefern und steht dabei nicht nur politikwissenschaftlichen Beiträgen, sondern auch Forschungsvorhaben anderer Disziplinen wie zum Beispiel der Soziologie, Philosophie, Geschichtswissenschaft oder Kommunikationswissenschaften offen.
Die Beiträge können sich dabei unter anderem mit konzeptionellen, theoretischen aber auch empirischen Untersuchungen von Terrorismus beschäftigen. Des Weiteren sind Fragen über Methoden der Forschung und Reflektionen über den Stand, Perspektiven und Herausforderungen der (deutschen) Terrorismusforschung erwünscht. Beispiele hierfür könnten folgende Fragestellungen sein:
– Wie gehen Forscher in Deutschland mit der Definitionsproblematik von „Terrorismus“ um?
– Welche Ursachen sehen sie für Terrorismus?
– Welche Ausprägungen und Erscheinungsformen von Terrorismus sind besonders erforschenswert und warum?
– Welche Strategien der Terrorismusbekämpfung werden in der Forschung thematisiert?
– Welche methodischen Problematiken der wissenschaftlichen Erforschung von Terrorismus gibt es und wie kann man mit diesen umgehen?
– Was hat die Forschung bisher erreicht oder hat sie gar versagt?
– Welche neuen Perspektiven und alternativen Ansätze ermöglichen neue Einsichten in die Thematik?
– Welchen Einfluss haben historische Erfahrungen mit Terrorismus und Terror, zum Beispiel die Rolle der RAF oder die NS-Vergangenheit in Deutschland, auf das Verständnis und die Forschung über Terrorismus?
– Gibt es eine „deutsche Perspektive“ auf das Phänomen Terrorismus und wie unterscheidet sich diese von der Forschung im angelsächsischen Raum?

Zeitplan und Verfahren: Das Sonderheft der /Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik/ wird im Dezember 2010 beim /VS Verlag für Sozialwissenschaften/ erscheinen. Zur Gewährleistung einer hohen Qualität der Beiträge und des gesamten Bandes ist ein Gutachterverfahren vorgesehen.
Aussagekräftige Abstracts von höchstens 500 Wörtern sollen bis zum 15.01.2010 per E-Mail an einen der Herausgeber des Sonderhefts, Alexander Spencer, Alexander Kocks oder Kai Harbrich geschickt werden. Autoren werden innerhalb von drei Wochen über die Annahme oder Ablehnung der Beiträge informiert. Angenommene Beiträge von ca. 8000 Wörtern sollten bis spätestens 01.06.2010 eingereicht werden.
Kontaktadressen:
Alexander Spencer: Alexander.Spencer@gsi.uni-muenchen.de
Alexander Kocks: Alexander.Kocks@gsi.uni-muenchen.de
Kai Harbrich: Kai.Harbrich@gsi.uni-muenchen.de