‚Erfahrungen aus dem Süden einbringen‘

Mit großer Mehrheit hat die VENRO-Mitgliederversammlung Claudia Warning zur Vorsitzenden des Verbandes Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen gewählt. Die promovierte Geografin ist seit August im EED-Vorstand für die Internationalen Programme verantwortlich. Zuvor war sie Mitglied im Vorstand der Bensheimer Karl Kübel-Stiftung. Dieser Tätigkeit gehen verschiedene Stationen bei staatlichen und kirchlichen Trägern voraus. Bereits als stellvertretende VENRO-Vorsitzende hat sich Claudia Warning für ein wichtiges VENRO-Ziel engagiert: Entwicklungspolitische Organisationen sollen in der deutschen Öffentlichkeit mehr Gehör finden. In ihrer neuen Funktion möchte die Entwicklungsexpertin nun besondere Schwerpunkte setzen. ‚Es ist wichtig, die reichhaltigen Erfahrungen aus dem Süden in die öffentliche Diskussion hier in Deutschland einzubringen‘, so Warning. Die Projekte von Partnern aus Entwicklungsländern müssten auch in der Arbeit von VENRO mehr Gewicht erhalten. ‚Nicht nur der EED, auch viele andere VENRO-Mitgliedsorganisationen haben in diesem Bereich einiges zu bieten‘, meinte Warning. Gemeinsam mit 14 anderen VENRO-NGOs hat der EED bereits begonnen, Partnerorganisationen aus Übersee ins deutsche Blickfeld zu rücken. In einem Pilotprojekt zum Thema ‚Sparen und Kredit‘ werten diese NGOs – gemeinsam mit den betroffenen Partnern – die Arbeit verschiedener Projekte aus. So entsteht für den fachlichen und politischen Dialog mit BMZ, EU und Parlament eine Basis, die sich auf konkrete Erfahrungen stützt. Claudia Warning ist die erste Frau an der Spitze von VENRO. Sie sieht ihre Wahl als positives Zeichen: ‚Als ich vor vier Jahren in den VENRO-Vorstand gewählt wurde, war ich die einzige Frau. Heute sind wir zu viert in einem 10köpfigen Vorstand‘. Der EED-Vorstandsvorsitzende Konrad von Bonin begrüßte die Wahl Warnings zur VENRO-Vorsitzenden ausdrücklich: ‚Der EED zeigt damit, dass er über den kirchlichen Bereich hinaus Verantwortung in der deutschen NGO-Szene übernimmt‘. Als einer der größten europäischen Entwicklungsdienste fördert der EED Entwicklungsvorhaben in über 80 Ländern. Er vermittelt Fachkräfte nach Übersee, vergibt Stipendien an Nachwuchskräfte aus Entwicklungsländern und setzt sich in Deutschland für die Belange armer Menschen im Süden ein (EED-Pressemitteilung 15.12.05).