Erfolgreicher gewaltloser Widerstand gegen Hitler oder die kollektive Verdrängung eines entlarvenden Aspekts unserer Geschichte

Die von der Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden ausgeschriebene Textwerkstatt ‚Gewaltfrei gegen Faschismus, Diktatur und Krieg‘ wurde mit der Auszeichnung eines Beitrags von Dietmar Böhm (Ostfildern) abgeschlossen. Die Jury (Dr. Barbara Müller, Prof. Theodor Ebert und Prof. Andreas Buro) wählte Böhms Aufsatz ‚Erfolgreich ohne Waffen – Von der Möglichkeit gewaltfreien Widerstandes im Nationalsozialismus‘ als preis- und veröffentlichungswürdig aus. Er wird in dem Sammelband ‚Gewaltfrei gegen Hitler?‘ erscheinen, den die Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden bis zum Ende des Jahres zusammenstellen wird.
Dietmar Böhm beschreibt in seinem Beitrag mehrere kollektive Widerstandsaktionen gegen das Nazi-Regime, die ohne den Einsatz von Gewalt zu einem überzeugenden Erfolg kamen. Und er stellt die Frage, warum diese historischen Beispiele in der Nachkriegszeit bis heute abgetan oder nicht zur Kenntnis genommen werden. Offensichtlich soll und darf nicht sein, was das Versagen aller relevanten gesellschaftlichen Kreise im Nazi-Deutschland so augenfällig aufdeckt, nämlich dass gewaltfreier Widerstand möglich war! Wenn aber die Etablierung des verbrecherischen Regimes und schließlich die Ermordung von sechs Millionen Juden auch auf das kollektive Versagen der Einzelnen zurückführen ist, dann gilt auch der Umkehrschluss: Die mutige Haltung von Einzelnen und Gruppen ermöglichte Rettung!