European Consultation of EN.CPS and NP Europe: Civil Society Working on Conflict

Auf Einladung des Bund für Soziale Verteidigung (BSV) und des Forum Ziviler Friedensdienst versammelten sich vom 20. bis zum 26. April 2007 in Berlin 48 Delegierte Ziviler Friedensdienste aus 15 europäischen Ländern, von Spanien bis Georgien und von Italien bis Norwegen. Die Konferenz diente zugleich als Jahrestreffen des European Network for Civil Peace Services (EN.CPS) und der Nonviolent Peaceforce Europe. Wie bei vorigen Jahrestreffen diente das Treffen einmal dem fachlichen Austausch der Mitgliedsorganisationen untereinander. Zugleich ging es darum, mögliche Formen der Zusammenarbeit mit staatlichen und supra-staatlichen Akteuren zu besprechen; mit Blick auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft war das Treffen dazu nach Berlin eingeladen worden.

Diesem Anliegen diente insbesondere die Auftaktveranstaltung im Bundestag auf Einladung der SPD-Fraktion am 20. April, bei der u.a. Christian Berger, Leiter der Conflict Prevention Unit der Europäischen Kommission die Perspektiven der auf EU-Ebene entstehenden Peacebuilding Partnership erläuterte. Weitere Gesprächspartner waren der Direktor von EPLO Nicolas Beger, der Direktor des ZIF Winrich Kühne sowie als Vertreter der deutschen Fachministerien Adolf Kloke Lesch vom BMZ – das die Konferenz maßgeblich förderte – und Friedrich Däuble vom AA. Zur Einstimmung berichteten die Friedensfachkräfte Deborah Nonhoff (DED), Atif Hameed (Nonviolent Peaceforce), und Biljana Todorovic (forumZFD) von ihren Projekten in Afghanistan, Sri Lanka und dem Kosovo.

Im internen Teil der Konferenz kam in parallelen Gesprächskreisen eine Vielzahl von Fragen aus der praktischen Projektarbeit, zu Nord-Süd-Beziehungen und Militäreinsätzen, aus Fundraising und Advocacy, Trainings und Rekrutierung, Medien und interkultureller Kommunikation zur Sprache. Daraus entstanden mehrere bi- und multilaterale Absprachen zu konkreten Vorhaben, häufig auch im Zusammenwirken zwischen west- und osteuropäischen Initiativen. In den Berichten über aktuelle politische Entwicklungen zeigte sich, dass das Modell des Zivilen Friedensdienstes bald Nachfolge in Österreich finden wird, und dass in anderen europäischen Ländern intensive Gespräche über Vorstufen zwischen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren stattfinden.

Zur Vermittlung dieser Ergebnisse mit der Arbeitsebene in deutschen und europäischen Institutionen fand am 26.4. eine Folgekonferenz statt. Dabei ging es u.a. um Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Trägern in konkreten EU-Missionen, wie sie derzeit im sog. RoCS II-Prozess untersucht wird. Wie viel hier unter dem Zentralbegriff der ‚Koordination‘ noch zu verbessern ist, zeigte sich u.a. daran, dass die deutschen Ratsvertreter für denselben Tag zu einem ähnlichen Thema eine Konferenz in Brüssel angesetzt hatten.

Im Vorlauf zu dem internationalen Treffen entstand ein ‚Resource and Expertise Mapping‘ mit Kurzdarstellungen aller EN.CPS Mitgliedsorganisationen, das unter schmidt@forumZFD.de angefordert werden kann.

Dieser Kurzbericht wurde verfaßt von Tilman Evers, forumZFD.