Frieden mit/ohne Grenzen

Grenzen sind Markierungen, die zugleich ein- und ausschließen. Sie ermöglichen eine Identität der Dazugehörigen, die auf Abgrenzung angewiesen ist, und betonen damit zugleich Differenzen, die dem Frieden entgegenstehen können. Die größte Aufmerksamkeit hinsichtlich des Friedens verdienen politische Grenzen. Für die Möglichkeit eines dauerhaften, stabilen Friedens zwischen Gruppen in Gesellschaften und zwischen Staaten können Grenzen offenkundig eine zweideutige Rolle spielen: Eine stabile Grenze wird als wichtige Voraussetzung für Frieden betrachtet. So sind Bürgerkriege unter anderem deshalb so schwer zu beenden, weil aus Nachbarländern immer wieder bewaffnete Gruppen eindringen und Waffen Grenzen ungehindert passieren können. Klar definierte Grenzen zwischen Gruppen können dafür sorgen, dass sich beide Seiten in ihren unterschiedlichen Identitäten anerkennen können.

 

Diese Mehrdeutigkeit von Grenzen wirft die Fragen auf, welche Grenzen für wen und wann eine Friedensbedingung sind und für wen und wann sie eine Friedensgefährdung darstellen. Das 45. Kolloquium der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung geht diesen Fragen in einer Zeit nach, in der Grenzen im Namen des Friedens gezogen und – mit Gewalt – verteidigt und in der zugleich Grenzen im Namen des Friedens abgebaut werden.

 

Das Kolloquium findet vom 28. Februar bis 2. März 2013 in der Akademie für Politische Bildung (http://www.apb-tutzing.de/) in Tutzing statt.

 

Erwünscht sind Vorträge und Panels, die sich empirisch und/oder theoretisch aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven mit Fragen zum Verhältnis von Frieden und Grenzen beschäftigen. Besonders willkommen sind neben politik- und sozialwissenschaftlichen Beiträgen solche aus der Geschichtswissenschaft, Geografie, Anthropologie, Psychologie, der (Friedens-)Pädagogik, der Religionswissenschaft, Theologie oder den Regionalwissenschaften. Die Panels und Papiere können sich an folgenden übergeordneten Themen orientieren:

 

• Grenze, Raum und Territorialität als Konzepte in der Friedens- und Konfliktforschung;

• Frieden durch die Anerkennung oder Überwindung von Grenzen;

• Die Geschichtlichkeit von Grenzen im Bemühen um den Frieden;

• die symbolische Konstruktion von Grenzen in Friedensprozessen und Konflikten

• Grenzen als Konzept der (internationalen) Gouvernementalität

• Grenzsicherung als Bedingung und Gefährdung des Friedens

• Strategien der Befriedung von Grenzkonflikten

 

Es gibt zwei Möglichkeiten, Beiträge bis zum 01. Oktober 2012 einzureichen:

· mit einem themenbezogenen Panel: Dann senden Sie uns bitte eine thematische Skizze Ihres Panels (max. 2 Seiten) mit Angaben zur Panelleitung, zu den Vortragenden sowie ggf. zu einem/einer Discussant und den Themen der Einzelvorträge (soweit schon möglich). Pro 90-minütige Panelsitzung sind in der Regel drei Einzelbeiträge vorgesehen.

· mit einem themenbezogenen Einzelbeitrag: Dann senden Sie uns bitte einen aussagekräftigen Abstract (max. 2 Seiten).

 

Vollständiger Call for Proposals