Gemeinsames Handeln wurde ausgezeichnet

Aktion Aufschrei„Wir sind den AnStiftern außerordentlich dankbar, dass sie mit der Verleihung des Stuttgarter Friedenspreises an die Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“  nicht einzelne sondern viele Menschen ausgezeichnet haben. Ausgezeichnet wurden die vielen Gruppen und Organisationen, die in den letzten anderthalb Jahren, den Protest gegen die aktuelle Rüstungsexportpraxis Deutschlands stark gemacht und sich für ein Stopp des Waffenhandels eingesetzt haben“, bedankt sich pax christi- Generalsekretärin Christine Hoffmann.

 

„Ziel der Kampagne ist es, einen ersten konkreten politischen Schritt auf dem Weg dahin zu erreichen. Deshalb werden wir im Bundestagswahlkampf ene gesetzliche Kontrolle der deutschen Rüstungsexporte als eine der wesentlichen friedensethischen Herausforderungen präsent machen,“ so Hoffmann weiter.

 

Thomas Gebauer, Geschäftsführer von medico international hielt die Laudatio auf die Kampagne.  Darin hieß es: Gemeinsames Handeln in Zeiten, in denen das eigene Profil, die eigene Marke, das „Logo“ so hoch im Kurs stehen, ist leider nicht mehr selbstverständlich und umso mehr zu begrüßen. Wenn sich so viele und so unterschiedliche Akteure auf wenige und klar definierte Ziele verständigen, – schafft das Glaubwürdigkeit. Und nur wer in der Öffentlichkeit Glaubwürdigkeit genießt, kann schließlich auch die Kraft entfalten, die Veränderung möglich macht.  Es ist das große Verdienst der „Aktion Aufschrei“, die von vielen empfundene Empörung über den Waffenhandel in etwas verwandelt zu haben, das eigentlich schon gar nicht mehr nur als Druck aus der Zivilgesellschaft bezeichnet werden kann, sondern bereits alle Voraussetzungen hat, zu einer wirkungsvollen Gegenmacht zu werden.

 

Bald 80 % der deutschen Bevölkerung sind heute gegen Waffenexporte. Ganz offenbar hat sich die Einsicht breit gemacht, dass Waffenexporte weder ein Kavaliersdelikt sind, noch einfach nur ein Business, sondern aktive Beihilfe zu Tod und Zerstörung. Jede Minute wird heute ein Mensch durch eine Gewehrkugel, eine Handgranate oder eine Landmine getötet. Hunderttausende im Jahr, die nicht einfach nur ihr Leben verlieren, sondern denen das Leben genommen wird.  Gegenmacht ist notwendig, weil die Verhältnisse, den Tod so vieler Menschen verantwortlich sind, nicht einfach vom Himmel gefallen sind. Sie sind das Resultat mächtiger Interessen, Interessen, die sich auch in den Argumenten spiegeln, die immer wieder vorgetragen werden, um Waffenexporte zu rechtfertigen. Sie kennen diese Rechtfertigungen: Waffen seien Instrumente der Friedensicherung, Waffenexporte sichern Arbeitsplätze; wenn wir nicht liefern, tun’s die anderen, etc. etc. Argumente, die meist im Gestus eines pragmatischen Realismus vorgetragen werden und jede Kritik ins Reich von Utopie und Illusion verbannen.

 

Es ist das Elend dieses Rechtfertigungsdiskurses, das sich die „Aktion Aufschrei“ vorgenommen hat. Mit vielfältigen öffentlichen Aktionen, mit bewundernswerter Kreativität und Beharrlichkeit drängt sie auf Klarstellung und die Einsicht, dass Waffen eben nicht x-beliebige Güter sind, sondern wesentliche Voraussetzung für die Fortdauer der mörderischen Gewaltverhältnisse, denen immer mehr Menschen ausgeliefert sind.“

 

Mitteilung an die Medien anlässlich der Vorstellung des Rüstungsexportberichts 2011 am 14.11.2012 im Bundeskabinett

„Blendwerk auf Zeit: Jede exportierte Kriegswaffe bleibt eine zuviel“
„Bundesregierung macht sich mitschuldig am Einsatz deutscher Waffen“
Forderung nach Umkehr und Grundgesetzergänzung Artikel 26 (2)