Soziale Verteidigung – das Konzept

Vom 15.4. bis zum 16.4.2005 fand in Hannover im Jugendgästehaus der von vielen lang ersehnte Studientag zur sozialen Verteidigung statt. Das Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung und der Bund für Soziale Verteidigung haben ein Konzept erstellt und mit Leitfragen versehen verschiedene ReferentInnen zu diesem Studientag eingeladen. Nach einem Überblick über den Stand der Forschung und Praxis zur Sozialen Verteidigung von Barbara Müller wurden Vorträge mit anschießender Diskussion gehalten zu den Themen: SV bei uns: Sicherheitspolitische Perspektiven für Deutschland – Theodor Ebert, Das SV Konzept und seine Anwendbarkeit auf Regionen, die heute konkret mit Drohung von ‚außen‘ konfrontiert sind (z.B. Korea) – Christine Schweitzer, SV-Konzept und Terrorismus – Francesco Tullio, SV und Möglichkeiten gewaltfreien Widerstands in heutigen Bürgerkriegs-Situationen (neue Kriege) bzw. ‚internen‘ Konflikten – Emanuel Matondo, SV und Gewaltfreie Intervention (von ‚Externen‘): Wie kann mehr Transfer dessen, was im SV-Kontext bereits erarbeitet und praktisch erfahren wurde, in diesen Bereich stattfinden? Renate Wanie, Anwendbarkeit des SV-Konzepts auf konkrete, heutige innergesellschaftliche Konflikte (bspw. Abschiebung) oder Themen wie Abschaffung von Atomwaffen – Wolfgang Sternstein, Propagieren der SV als Konzept zum Empowerment und zur Politisierung – Berthold Keunecke. Die Vorträge und Diskussionen fanden in einer aufgeschlossenen und zuhörenden Atmosphäre statt. Einige ReferentInnen und DiskussionsteilnehmerInnen fanden gewichtige Argumente für einen Neuanfang mit der Sozialen Verteidigung. Der Vorstand des BSV wird auf der nächsten Vorstandssitzung Anfang Mai einen Plan für die weiteren Schritte entwerfen. Im Herbst diesen Jahres wird es eine Dokumentation dieses Studientages geben (Bericht aus dem BSV-Newsletter).