Tag der Menschenrechte: Menschenrechtsbildung stärken

Presseinformation des World University Service – Deutsches Komitee e.V. (10. Dezember 2014) – Menschenrechte sind unteilbar und universell gültig. So wurde es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschrieben, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Ein zentrales Instrument für ihre Durchsetzung ist die Menschenrechtsbildung. Denn die auf dem Papier festgeschriebenen Rechte können ihre Wirkung nur dann entfalten, wenn jeder und jede sie kennt und ihre Bedeutung ermessen kann. Der Rundbrief Bildungsauftrag Nord-Süd Nr. 81/November 2014 widmet sich diesem zentralen Thema mit einem Leitartikel von Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, und stellt zentrale Anlaufstellen, Angebote und Materialien zur Menschenrechtsbildung vor.

 

Auch in Deutschland ist die Förderung der Menschenrechtsbildung nach wie vor notwendig. Sie soll dazu befähigen, die eigenen Rechte wahrzunehmen und sich für die eigenen sowie die Rechte anderer aktiv einzusetzen. „Daher ist es gut, dass Bund und Länder inzwischen viele Fortbildungen für Polizei- und Vollzugsbeamte, aber auch für Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte anbieten“, so Dr. Kambiz Ghawami, Vorsitzender des WUS.

 

Zur Menschenrechtsbildung gehört neben der Vermittlung von Wissen über die Rechte vor allem auch, diese aktiv zu leben und im alltäglichen Miteinander erfahrbar zu machen. „Die Integration der Menschenrechtsbildung in die schulische und außerschulische Bildung spielt dafür eine zentrale Rolle. Die globale Perspektive kann hier über die Instrumente des Globalen Lernens einfließen“, erklärt Ghawami. „Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass die Kultusministerkonferenz bereits 1980 empfohlen hat, die Menschenrechtserziehung in Schulen zu fördern. Dieser Beschluss wurde seitens der KMK im Jahre 2000 erneuert. Gerade in Zeiten, in denen wieder eine unheilvolle Allianz von sogenannten Europäischen Patrioten unter Verwendung des Slogans der Montags-Demonstrationen Mindeststandards von Menschenrechten aushöhlen wollen, ist es wichtig, in den Schulen die Menschenrechtserziehung zu intensivieren“, so Ghawami weiter.

 

Der Rundbrief Bildungsauftrag Nord-Süd „Menschenrechtsbildung“ ermöglicht Lehrkräften, in der außerschulischen Bildung Tätigen und Bildungsträgern einen Einstieg in den Themenbereich. Der Leitartikel der Ausgabe, verfasst von Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas, stellt die historische Perspektive, Tragweite und Wirkungsbereiche der Menschenrechtsbildung heraus. Darüber hinaus werden vielfältige Bildungsmaterialien und Anlaufstellen vorgestellt sowie über aktuelle Entwicklungen das Thema betreffend informiert. Der Rundbrief Bildungsauftrag Nord-Süd kann kostenfrei unter www.wusgermany.de/de/globales-lernen/informationsstelle-bildungsauftrag-nord-sued/publikationen bestellt werden.