The Constitution of Peace. Aktuelle Debatten und Zukunftsperspektiven.

In der Friedens- und Konfliktforschung gehört es inzwischen zur gängigen Praxis, Frieden als ein ontologisches Konzept zu betrachten. Es überrascht daher, dass der Friedensbegriff weitestgehend unerforscht und von einer Theoriebildung ausgenommen bleibt. Wenn wir gegenwärtige Kritik hinsichtlich der vorherrschenden Konzeption von Frieden – beispielsweise seine feste Verankerung im Liberalismus – folgen, stellt sich die Frage nach möglichen alternativen Denkansätzen. Da auch die Praxis der Friedenskonsolidierung sowohl in empirischer als auch konzeptioneller Hinsicht in Kritik geraten ist, ist es auch hier an der Zeit, neue Ansätze zu betrachten. Gegenstand der Konferenz ist daher, die aktuelle Debatte um Begriffe und Formen von Frieden durch die Diskussion alternativer Konzepte voranzutreiben. Dies soll sowohl in konzeptioneller als auch  in empirischer Hinsicht erfolgen.

 

Die Konferenz verfolgt daher zwei Ziele:

Zum einen sollen aktuelle Kritiken an der vorherrschenden Konzeptionalisierung von Frieden überprüft und alternative, darauf eingehende Ansätze betrachtet werden. Unter anderem soll das Paradigma des Liberalen Frieden aus unterschiedlichen Perspektiven – etwa post-strukturalistischen, feministischen und postkolonialen – analysiert werden.

 

Zum anderen sollen aus empirischer Perspektive die gegenwärtigen Praktiken der Friedenskonsolidierung untersucht werden, um ihre Stärken und Schwächen bezüglich der Konzeption und Umsetzung von Frieden sowie die Beziehung zwischen globalen Peacebuildern und lokalen, von Gewalt (und Frieden) betroffenen Menschen herauszuarbeiten.

 

Es werden Abstracts begrüßt, die sich mit folgenden Fragen oder verwandten Themen befassen:

–       Wie kann Frieden anders konzeptualisiert werden? Kann Gewalt in Friedensformen transformiert werden, die über das vorherrschende Paradigma des Liberalen Frieden hinausgehen?

–       Welche neuen Erkenntnisse bieten kritische Ansätze wie poststrukturalistische, feministische oder postkoloniale Perspektiven?

–       Friedenskonsolidierung wird häufig über externe Akteure eingeleitet; doch welche Rolle spielen die von Gewalt und Frieden betroffenen Menschen in diesem Kontext und wie interagieren sie mit externen Akteuren?

–        Existieren lokal verankerte Definitionen von Frieden, die die von außen eingeführten Vorstellungen von Frieden erweitern und/oder die ihnen entgegenstehen?

–       Inwiefern unterstützen oder behindern gängige Mechanismen der Friedenskonsolidierung, wie z.B. Statebuilding, Demokratieförderung, Sicherheitssektorreform, etc. Friedensprozesse?

–       Welche Erkenntnisse / lessons learnt lassen sich aus der praktischen Friedensarbeit gewinnen und wie können wir diese Erkenntnisse hinsichtlich Theoriebildung und neuen praktischen Ansätzen nutzen?

–        Wie können wir Forschung im Bereich der Friedenskonsolidierung durchführen und welche methodischen Herausforderungen müssen hierbei berücksichtigt werden?

 

Abstracts sollten bis zum 01. Juni 2012 eingereicht werden und 600 Wörter nicht überschreiten. Bitte die Abstracts einschließlich kurzer biografischer Angaben (200 Wörter) an constitutionpeace@staff.uni-marburg.de senden. Bis zum 01. Juli 2012 erfolgt eine Rückmeldung, ob das eingereichte Abstract angenommen wurde. Die  Ausarbeitung der Papiere  (Umfang 10 Seiten) sollte bis zum 01. September 2012 eingereicht werden. Die Papiere und Vorträge können sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache verfasst sein.

 

Prof. Susanne Buckley-Zistel, Annika Henrizi, Julia Viebach

Zentrum für Konfliktforschung

Philipps-Universität Marburg

Ketzerbach 11

32035 Marburg

Germany

 

E-Mail: constitutionpeace@staff.uni-marburg.de